Weihnacht

Geweihte Nacht! Jesus ist uns geboren. War er Gottes Sohn?

Er steht mir nah, obwohl ich mich nicht als Christ verstehe. Was man im Lauf von 2.000 Jahren aus der Lehre und seinen Wundertaten gemacht hat, ist nicht meins.

Bei mir hängt zu Weihnachten, neben meiner Statue von Buddha, der Stern von Bethlehem. Sie sind sich für mich in ihrer Lehre und Mystik so ähnlich. Und sie haben beide in meinem Herzen und in meinem Geist ihre Bedeutung.

So feiere ich Weihnachten als besinnliches Fest, reduziert auf Kerzen und einen Tannenzweig. Durch den Umstand, dass ich nicht mehr reisen kann, bin ich am Heiligen Abend alleine und habe somit einen besinnlichen Abend.

Wenn ich aus meiner Altersresidenz trete, die sich mitten in der Stadt befindet, stehe ich im Trubel des Weihnachtsmarktes. Der Duft von gebratenen Würsten und Glühwein steigt in die Nase. „Stille Nacht“, „O du Fröhliche“ und alle Arten von Weihnachtsliedern, schallen aus den Verkaufsbuden. Das Angebot ist vielfältig: Holzgeschnitztes, Mützen und Schals, Schmückendes und Essbares plus Glühwein rechts und links.

Es ist eine wohlige Atmosphäre. Die Menschen nehmen es an und geniessen ihren Weihnachtsmarkt. Man muss dagewesen sein!

Und am Heiligen Abend ist Kirchenbesuch angesagt! Ich frage dann jeden, der mir von diesem Vorhaben berichtet: wie oft gehst Du das Jahr über zum Gottesdienst?

Und die Familie trifft sich zum Schmaus und zur Bescherung. Die Autos fahren vor. Die Kinder und die Oma steigen aus. Der Vater öffnet den Kofferraum und schleppt die Geschenke ins Haus. Alle sind von den Vorbereitungen ziemlich abgehetzt. Vater hat am 24. noch ein Parfum, ein Buch oder Ähnliches gekauft, weil er vorher keine Zeit und keine Idee hatte.

Jetzt atmen wir auf und singen unterm Chrisbaum „stille Nacht“….

Ist dies das Fest zur Geburt Jesu? Meinte er materielle Geschenke oder meinte er Liebe und „Commitment“ als Gabe?

Jeder soll Weihnachten nach seiner Gesinnung und Tradition feiern.

Ich habe Euch nur meine ganz persönlichen Gedanken dazu gesagt.

Auch das gehört zum „Lebendig Altern“, dass man sich Gedanken über den Sinn unseres Lebens macht. Viel hat es damit zu tun, an was und wie ich glaube und wie ich mich bemühe, wahrhaftig zu leben.

Das ist nicht immer leicht, und man eckt oft an. Viel lernt man beim Reisen, oder überhaupt beim Kennenlernen von fremden Kulturen und Menschen. Durch Begegnungen, die man nie vergisst. Und die reichen Erinnerungen, wie auch immer, lassen mich im Alter lebendig bleiben. Ich kann Euch kein Rezept zum Lebendigbleiben geben. Was ich Euch mitteilen kann, sind Erlebnisse und Erfahrungen aus meinem reichen Leben.