Retreat im Kloster

Nun also zum Klosteraufenthalt! Wie bin ich dazu gekommen? Erster Thailandtrip. Aber immer schon Interesse an Buddhismus.

Es kam so: vor 25 Jahren frug ich meine Tochter nach ihrem Weihnachtswunsch.

Und der war, dass ich gemeinsam mit ihr im April eine 4 wöchige Reise nach Thailand machen sollte. Aber nach ihren Vorgaben: minimales Gepäck, d.h Handgepäck.

So flogen wir im April nach Bangkok ins Blaue und fanden für die Nacht ein Bett in der übelsten Strasse. Kao san road. Die Geräusche und Gerüche waren fremd und irritierend.

Und es war 40 Grad heiss.

Am Morgen besuchten wir das Wat (Kloster) vom König. Ein Wunderwerk an
Kostbarkeiten, riesigen Drachen und unendlich vielen goldenen Buddhas. Enorm beeindruckend. Aber was hat das alles mit der buddhistischen Philosophie zu tun?

Nun wir machten als Neulinge eine Führung durch das buntgoldene Gewirr.

Beim Obulus frug ich den sanft wirkenden Mann, ob er eine Möglichkeit wüsste,
wo ich einen ernsthaften „Retreat“ in Thailand machen könne. Er lächelte weise und sprach: ich bin Mönch vom strengsten Kloster in Thailand. Weit weg. Ich konnte nicht schnell genug 1000 km in den Süden fliegen und von Surat Thani, um mit einem vollgeladenen Taxi das Wat „Suan Mokkh“ zu erreichen.

Endlich am Ziel!

Das hiess: einen ganzen Tag Eignungsprüfung. Meditationsafin? Gutes Englisch?
Bestanden. Dann ab auf den Berg ins Camp zum Retreat. Grauer Raum 2 auf 2
Meter. 1 Stuhl, 1 Besen und eine Schlafkonsole aus Beton ohne Nichts. Im Gang eine Zisterne mit Wasser und Plastikbechern zum Übergiessen statt waschen. Und noch heisser als in Bangkok!

Eine verdammt harte Prüfung! Aber ich wollte ja mehr über Buddhismus wissen. Also durch!

Es gab keine Buddhastatuen und kein Gold im Tal, wo wir ca. 30 Teilnehmer morgens um 4 im Gänsemarsch hinabpilgerten zum wahren Kloster.

Wir sassen in einem schönen nach Yasmin duftenden, Garten und warteten auf den Abt zum Reading. Bei Anbruch des Tageslichts fielen die Hühner aus den Bäumen auf uns herunter. Komisch.

Dann hielt der Abt seine Ansprache. Wir bekamen Yasminblüten in die offenen Hände und konnten wieder auf unseren Berg pilgern zu einem sehr bescheidenen Frühstück.

Immer Tee, nix Kaffee. Danach 3 Stunden sitzende Meditation. Verdammt hart.
Gemüse und Reis als letzte Mahlzeit am Tag. Mittagsruhe. Immer absolutes Redeverbot.

Jetzt kommt mein Teil: Unterweisung in Buddhismus von einem amerikanischen
Bikkhu. Spannend. Faszinierend. Walking Meditation. Singing Meditation. Bett.

10 Tage, und dann flog ich, mit Büchern im Rucksack, auf die Insel Samui, um meine Tochter dort wieder zu treffen.

Dieser erste Thailandaufenthalt zog viele nach sich und endete in meinem
Haus an einem der schönsten Strände der Welt. Das wars für heute. Es gibt unendlich viele Themen und Geschichten, über die ich noch berichten möchte.

Also bis nächstes Mal!