Freunde im Alter

Im letzten Abschnitt habe ich über das Zusammenwirken von alten mit jungen Menschen geschrieben. Abgesehen davon, dass meine Kinder mit mir als Freundin umgehen, habe ich den Kreis meiner Freunde ins Alter mitgenommen. Jede von Ihnen ist auf ihre Art inspirierend. Sie besprechen mit mir ihre beruflichen Probleme oder auch Ziele. Es gibt auch Beziehungsprobleme oder Missstimmungen. Vielleicht auch Ängste, die ich mildern kann.

Aber vor allem gibt es viel Spass und Freude. Gemeinsam ins Kino, Konzert oder zur Jazzsession. Unter Umständen meditieren wir gemeinsam. Also Ihr seht, ich bewege mich noch in vielen Bereichen und fühle mich so bereichert in meinen alten Tagen.

Ich habe im vorletzten Satz von „meditieren“ geschrieben. Meiner Erfahrung nach haben die meisten Menschen eine falsche Vorstellung davon und stecken es in die esoterische Ecke. Da gehört es nicht hin. Eher in die spirituelle. Das ist ein Unterschied. Spirit meint unseren Geist. Und den wollen wir doch stärken wie auch unseren Körper.

Gestern abend um 10 Uhr habe ich bei Arte folgende Sendung angeschaut: „Die heilsame Kraft der Meditation“. Sehr sachlich wurde erklärt, dass viele Krankheiten durch unsere schnelllebige Zeit entstehen. Stress, Burnout, soziale Probleme usw.

Sich in die Ruhe auszuklinken, eine bewusste Sitzhaltung einnehmen und in das Innere seines  Wesens schauen. Innehalten und Achtsamkeit auf sich selber erreichen.

Es ist, gerade im Alter, wo vieles Äusserliche vom Menschen abgefallen ist, wichtig, dass wir uns annehmen, ja, sogar lieben. Es hat nichts mit Egoismus zu tun. Aber wir strahlen Empathie aus und können anderen Menschen Liebe und Zuwendung schenken.

Meditieren ist ähnlich wie Beten. Der Unterschied ist, bei der Meditation nichts zu wünschen, sondern geschehen lassen. Und das Denken sollte ausgeschaltet sein.

Es bedarf der Übung. Nichts zu denken ist gar nicht so einfach! Ich übe schon seit 60 Jahre.

Der Versuch zum Einstieg ist es wert!