Die grüne Insel

Sie war nur grün. Violette Sträucher. Keine Blumen. Armselig und sehr katholisch.
Das war Irland…1967.

Nun die Story.

Mein damaliger Ehemann hatte einst eine kleine Firma in Irland geleitet. Aus dieser Zeit gab es im Süden Irlands noch einen Freund von ihm. Das gab den Ausschlag, dass er mit mir Ferien in Irland machen wollte. So weit so gut. Zu der Zeit waren Perücken in Mode. Also flogen wir eines Tages nach Cork.

Ich mit drei Perücken und Stereoporkopf im Gepäck. In blond, rot und braun. Der Freund in Cork hatte uns eingeladen. Er bewohnte ein Haus am Hang in bester Lage und eine junge rothaarige Frau mit 4 ! wilden kleinen Kindern. Mami, die Tante hat ja mehrere Köpfe!

Dazu besassen sie einen grossen zweistöckigen Pub. Unten mit Schieferboden, der gleichzeitig auch für trinkfreudige Männer die Toilette war. Bier, bzw. Stout, floss durch die Kehle und landete auf dem Schieferboden. Durch die Hose!

Zurück zur netten jungen irischen Familie. Schon damals brauchte ich eine Brille für die Ferne. Aus Eitelkeit blieb sie meistens im Etui. Also sassen wir im Wohnzimmer. Vor meinen Augen war ein ca. 50 cm hoher Schleier, der mir erklärt wurde: das sind nur Flöhe. Und ab da juckte es mich überall. ( Die Inselbewohner waren immun). Mein Mann hielt mich für hysterisch. Beweis in der leeren Badewanne! Und siehe da, sie hüpften.

Weiter: wir mieteten einen Mini und fuhren durch die fremde Landschaft und ans Meer. Die Strassen waren eng und seitlich von Steinmauern begrenzt, damit der ewige Wind die Krume nicht wegblase konnte. Auf einem dieser engen, gewundenen Straesschen im Nirgendwo fuhren wir an einem wunderlichen Kornspeicher mit Anlaende vorbei.

Halt! Sofort halten. Ein uraltes Haus aus Natursteinen. Von der Strasse her der Eingang ueber eine Steinbruecke. Zum Meer hin 3 stockig. Zum Abladen eine grosse Flaeche ins Meer hineingebaut. Im Haus nur ein Bretterboden. Die Fenster waren rechteckige Loecher.

Ich war hin und weg. Das Haus muss meins werden. Hier am Meer in der Einsamkeit will ich leben! Wie weiter? Weit und breit kein Haus und niemand, den man nach dem Besitzer hätte fragen koennen. Wir fuhren ca. 2 km weiter und entdeckten ein kleines Haus. Nichts wie rein und fragen. Es war ein Minipub. Holzbaenke an der Wand. Wieder Schieferboden, und die Waende gespickt mit uralten blechernen Werbeplakaten von Persil, Cola u.v.a. Im Dunkeln tauchte eine alte zahnlose Oma auf (die war gar nicht so alt, wie sie aussah).

Also fragen, wem der Speicher gehoert. Antwort: uns! – aha.
Können wir Grund und Haus kaufen? Und fuer wieviel? Mein Mann kommt erst nächste Woche zurück. Er entscheidet. Kurz nachdenken. Gebot so niedrig abgeben, um es nicht allzu bindend zu machen. War ja schon eine spontane Idee und evtl. auch eine weitreichende Entscheidung.

Und er sagte zu….

Und jetzt?