Alt mit Jung

Zum Lebendigbleiben im Alter, so meine ich, gehört regelmässiger Umgang mit jungen Menschen. Nicht nur mit den eigenen Kindern, sondern vor allem mit einem jungen interessierten Freundeskreis. Ich möchte ja nicht über Krankheiten, Schmerzen und Lebensüberdruss hören, sondern ich möchte von jungen Menschen von ihrer Einstellung wissen, ihren Plänen und Zielen. Und auch von meiner Warte aus mit ihnen  über ihre Erwartungen oder Probleme diskutieren.

Eine relativ junge Frau aus unserer Geschäftsleitung hatte eine grossartige Idee und diese auch folgendermassen gleich durchgesetzt.

Ein kostenloses Appartment samt Verpflegung wurde für eine Studentin für 1 Jahr ausgeschrieben. Als Gegenleistung sollte die Ausgesuchte sich für eine gewisse  Zeit mit verschiedenen Bewohnern beschäftigen.Viele Interessenten haben sich beworben und wurden gebrieft. Und so haben wir in der Residenz eine sehr junge, aufgeschlossene Studentin.

Es gibt Bewohner, die nicht mehr nach draussen können oder solche, die sich einsam fühlen. Marit, so heisst sie, kann Spiele mit uns machen, Sprachübungen, ein paar Schritte gehen und Zuhören oder, was ich sehr wichtig finde, sich den Umgang mit dem Internet erklären lassen. Vielleicht Malen oder Handarbeiten lernen. Es gibt so viele Möglichkeiten, diese Chance zu nutzen.

Es soll ein Geben und Nehmen sein. Beide Generationen werden sich kennenlernen und auf verschiedenste Weise etwas mitnehmen.

Anfang Oktober zieht Marit bei uns ein. Die Reaktion der Bewohner lässt noch zu wünschen übrig. Aber ich glaube, dass wenn das Projekt läuft, alle positiv überzeugt sein werden.

Ich werde dann später berichten.